Worum es geht

Ich wurde gefragt, worum es bei dieser Plakatiergeschichte eigentlich geht und ob die drei Parteien wirklich glauben, das sich Wähler/innen für sie entscheiden, wenn sie die ersten sind („Der frühe Vogel fängt den Wurm.“) So naiv wird wohl niemand sein: Jemand fährt sechseinhalb Wochen vor der Wahl durchs Land, wird von Ritsch angegrinst und beschließt: Den wähl‘ ich!

Nein! Es geht um die Standplätze. Wer schneller ist, bekommt die besseren Plätze. Es werden von Wahl zu Wahl mehr Plakate aufgestellt und so wird der Platz rar. Wir hatten uns überlegt überhaupt erst vier Wochen vor der Wahl zu plakatieren, da wäre dann aber außer in einer Seitenstraße in Riefensberg nirgends mehr ein Platz. Also werden wir ab Montag etwa 450 Platzhalter-Dreieckständer aufstellen (zwischen den 1.000en von SPÖVFPÖ).

Es stellt sich nun aber die Frage, wie das nun weiter geht. Nachdem nun klargestellt ist, dass das Papier auf dem die Regierungsparteien Gesetze niederschreiben geduldig ist, werden sie das nächste mal schon eine Woche vorher beginnen und dann zwei Wochen früher …
Bis dann vielleicht die BH doch einmal die Einhaltung von Gesetzen exekutiert. Aber hat in diesem Land schon jemals jemand gesehen, dass eine BH gegen die ÖVP vorgeht?

Nächste Frage: Warum zeigen wir die Mitbewerber/innen nicht an?

Das ganze hat eine juristische und eine politische Seite.

Juristisch ist mir das viel zu unbedeutend, als dass ich es befürworten würde, dass die Grünen juristisch gegen die Konkurrenz vorgehen. Wenn dann unser Plakat 100 Meter weiter weg von der Kreuzung steht, werden wir es auch aushalten.

Aber politisch und „pädagogisch“ finde ich diese Haltung fatal: „Wir machen zwar die Gesetze, aber selber dran halten müssen wir uns nicht.“
Und: “ Andere leiden unter der Wirtschaftskrise, wir nicht. Wir klotzen statt kleckern.“
Für „das Volk“ wird das Leben schwerer. Die „Volksvertreter“ machen weiter, als wäre nichts. Sie können sich’s richten.
Das ist die Optik, die zu Politikverdrossenheit und zu Politikverweigerung in der Form des Nichtwählens und in der Form des Wählens von politischen Scharlatanen und angeblichen Anti-Parteien-Parteien führen, die offen für Demokratieabbau (z.B. „Abendlandtag“) eintreten.

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