Das neue Jahr fängt ja gut an

Heute steht’s also auch schon in den Vorarlberger Nachrichten: Ja, ich verändere mich beruflich und zwar intern in der Stadtverwaltung Hohenems. „Mein“ Job ist ausgeschrieben. Bewerbungen willkommen (http://www.hohenems.at/de/news/archiv-2015/stellenausschreibung-kommunikation).

Ich werde in absehbarer Zeit halbtags als Personalvertreter frei gestellt und halbtags meinen lieben Kollegen Mag. Martin Hölblinger im Kulturreferat unterstützen. Wir haben uns schon bisher gegenseitig vertreten. Wir werden beide ein neues Büro bekommen, unsere Art der Zusammenarbeit wird sich ändern, aber wir sind ein gut eingespieltes Team und das wird eine interessante neue Aufgabe für mich. Das hätte ich mir zuvor auch nicht vorstellen können, dass ich einmal kommunales Kulturmanagement mache, aber ich freue mich darauf.

Mein Arbeitsschwerpunkt wird aber in den anderen 20 Arbeitsstunden (bzw. wahrscheinlich auch darüber hinaus) die Vertretung der Interessen meiner Kolleg/innen sein.

Die zeitliche Nähe des Bekanntwerdens dieser Entwicklung zur Wiederholung der Stichwahl hat verständlicherweise zu Spekulationen geführt, es gäbe hier auch einen ursächlichen Zusammenhang. Dem ist aber überhaupt nicht so. So schnell schießen die Preußen bzw. die Blauen nicht und so leicht würde ich mich natürlich auch nicht wegschießen lassen. Nein. Der wirkliche Hintergrund sieht so aus:

Vor fast zwei Jahren hat ein Großteils neues Team die Personalvertretung in der Stadtverwaltung Hohenems übernommen und ich habe die große Ehre, Teil dieses engagierten Teams zu sein. Inzwischen hat sich heraus gestellt, dass die PV-Tätigkeit für die handelnden Personen neben ihren anderen Aufgaben als Gemeindebedienstete nur unzureichend zu bewerkstelligen ist bzw. dass die beiden Aufgaben in starke Konkurrenz treten. Je besser wir arbeiten, umso häufiger tragen Kolleg/innen ihre berechtigten Anliegen an uns heran. Es gibt eine Vielzahl an Altlasten zu bearbeiten. Es ist leider nicht selbstverständlich, dass alle Kolleg/innen bekommen, was ihnen zusteht. Es gibt gesetzliche Vorschriften, denen unser Dienstgeber nicht nachkommt. Es gibt viele Regelungen, die dringend reformbedürftig sind. Ich benenne keine Details, aber ich benenne das dennoch so offen, weil die Verantwortung dafür nicht die künftig handelnden Personen tragen. Sie haben diese Situation allesamt geerbt. Nicht nur der neue Bürgermeister. Wir haben ja auch einen neuen Stadtamtsdirektor, eine neue Personalreferentin und einen auch noch relativ neuen, sehr bemühten und kooperativen Kämmerer und Personalchef. Sie alle werden aber allesamt Mühe haben, sich in ihre neuen Jobs einzuarbeiten und sie werden die Prioritäten vielleicht anders setzen, als die Personalvertretung. Wir haben als PV daher schon vor einiger Zeit beschlossen, von unserem Recht Gebrauch zu machen, für jemanden aus unseren Reihen eine Freistellung einzufordern. Nach längeren Verhandlungen kam es – schon vor der Stichwahl – zu jener Vereinbarung, die nun Schritt für Schritt umgesetzt wird. Die Stellenausschreibung ist einer dieser Schritte.

Den VN waren diese tatsächlichen Umstände durchaus bekannt. Aber so ist die „G’schicht“ natürlich weniger interessant und sie entspricht nicht den gängigen, stereotypen Vorstellungen. Also werden ein paar wesentliche Details weggelassen und schon wird das Ganze attraktiver: „Der neue blaue Bürgermeister schickt gleich nach Amtsantritt den bisherigen Kommunikationsreferenten, der bekanntlich aus einer ganz anderen politischen Richtung kommt, in die Wüste.“

Ich hoffe, dass die Leser/innen meines Blogs nicht zu jenen Menschen zählen, denen man noch extra erklären muss, dass mensch nicht alles unüberprüft glauben muss und darf, was in der Zeitung steht. Daher möchte ich das nicht weiter kommentieren, sondern die Gelegenheit nützen, all meinen Freund/innen, Kolleg/innen und Bekanten ein gutes neues Jahr zu wünschen. Ich jedenfalls freue mich darauf, gerade auch wegen der bevorstehenden beruflichen Veränderung.

http://www.hohenems.at/de/news/archiv-2015/stellenausschreibung-kommunikation


Quelle: Vorarlberger Nachrichten, Samstag, 2. Jänner 2016

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